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Willkommen bei der Fachschaft BSG!
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Die BSG ist eine Abteilung des TuS Dotzheim und gehört dem HBRS e.V. (Hessischer Behinderten und Rehabilitations-Sportverein e.V.) an. Unsere Abteilung zählt zur Zeit nur 26 Mitglieder und wir hoffen, dass sich dies in Zukunft mit steigenden Zahlen wieder ändern wird. 

 

Insgesamt sind wir in unserer Gymnastikrunde eine gemischte Gruppe zivilgeschädigter Mitglieder. In der Gruppe gibt es die unterschiedlichsten Erkrankungen von Brustamputationen, Hüftleiden, Osteoporose, Übergewicht und andere Erkrankungen, die hier aufzuzählen zu lange dauern würde. Von dem ehemaligem Ursprung- und Gründungsgedanken einer Versehrtensportgruppe können wir heute nicht mehr sprechen, da unsere Gruppe nur noch wenige passive kriegsversehrten Mitglieder hat. 

 

In unserer BSG, einer kleinen Gruppe Menschen geht es sehr lustig zu. Wir sind eine gemischte Gruppe im Alter zwischen Anfang 30 und über 80 Jahren. Während unserer Gymnastikstunden wird sich nicht nur sportlich betätigt, sondern auch Probleme des Alltags mit Gleichgesinnten besprochen. 

 

Eine unserer Stunden hier mal im kurzen beschrieben. Aufwärmen durch laufen im Kreis mit den unterschiedlichsten Arm- und Beinbewegungen. Gymnastik im Sitzen und im Anschluss, je nach Lust und Laune der Aktiven, noch ein Spiel. 

 

Bei uns wird mit Musik geturnt (wenn man auch nicht immer den Geschmack des anderen trifft) und mit Therabändern, Bällen und Igelbällen für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt. Aber wir sind natürlich nicht nur in der Turnhalle zuhause, alljährlich findet unser Ausflug ins Grüne statt, wo nicht nur die Mitglieder mitfahren können, sondern auch die Angehörigen. Zu den verschiedensten Gelegenheiten wird auch mal mit Messer und Gabel geturnt, um gemütlich beisammen zu sein. 

 

Wir hoffen, dass wir Ihnen hiermit einen kleinen Einblick in unsere Gruppe geben konnten und würden uns freuen, Sie bei uns in der Gruppe begrüßen zu dürfen 

 

Das Yin und Yang der BSG
„Sport“ im allgemeinen bedeutet: „Frohes Spiel in Bewegung, die äußerlich trainiert und innerlich mitreißt, die Lust und Wohlgefühl vermittelt. Vereint bewegen, Sporttreiben, fit bleiben.“ „Sport ist aber auch“, nach den Worten des 1962 verstorbenen Kölner Sportprofessors Diem, „ein Ausdruck des Lebens, des Selbsterhaltungstriebes unserer Zeit, ist zweckfreier Leistungswille und Ausdruck der Leistungsfreude“. 

 

Diese für alle Arten des Sportes gültigen Elemente sind auch Grundpfeiler des Versehrtensportes, erweitert und zugeschnitten auf die spezifischen Belange der Behinderten. Bekannte Interpreten dieser Sportart haben das Wesen des Behindertensportes wie folgt charakterisiert: „Behindertensport ist aktive Gruppenbewegungstherapie, sowohl als Ausgleichs-Sport als auch als Leistungssport betrieben. Außerdem ist die Funktion des Behindertensportes in erster Linie darin zu sehen, dem körperlich geschädigten Menschen wieder das Bewusstsein seiner eigenen Leistungsfähigkeit zu vermitteln.“ 

 

Der Behindertensport bietet somit die beste Möglichkeit, allen Körpergeschädigten (Kriegs-, Unfall- oder Zivilbeschädigten) Selbstvertrauen, Ausgeglichenheit und Lebensmut zu geben. Aus dieser Erkenntnis heraus haben die drei kriegsversehrten Kameraden Walter Bohnstedt, Fritz Schwarze und Hans Wambach 1953 die Versehrtensportgruppe Dotzheim ins Leben gerufen. Von den enormen Vorteilen dieser Sportart für körpergeschädigte Menschen überzeugt, schlossen sie sich zur VSG Dotzheim (heute BSG) zusammen. Anfangs hielten die Mitglieder ihre Turnstunden unter der Aufsicht eines Arztes und eines Sportwartes regelmäßig am Sonntagmorgen im Turnerheim ab. Auf dem Programm standen: Gymnastik, Prellball, Federball, Tischtennis und Kegeln.  

 

Auch hier, wie in vielen Bereichen des täglichen Lebens, wirkte das Beispiel. Nach und nach schlossen sich weitere körpergeschädigte Sportkameraden an, so dass die VSG beim 110-jährigen Jubiläum des TuS Dotzheim 1958 bereits 15 Mitglieder zählte. Dem Engagement und persönlichen Beispiel des Gründers Fritz Schwarze, der bis zu seinem Tod ständiger Motor blieb, ist es zu verdanken, dass die VSG in relativ kurzer Zeit ihren Aufschwung nehmen konnte.  

 

Die VSG schloss sich nach ihrer Gründung unter Führung von Walter Bahnstedt dem TuS Dotzheim an, um für die Durchführung ihrer Tätigkeiten auch ein sportliches Zuhause zu haben. Zum Zeitpunkt der Gründung waren zwar die finanzielle und verwaltungsbedingte Problematik durch die 1951 erfolgte Konstituierung des Hessischen Versehrtensportverbandes (heute Hessischer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V.) bereits zentral geregelt, doch erst 1956 brachte die 5. Novelle zum § 11 des Bundesversorgungsgesetzes dem Versehrtensport die staatliche Anerkennung und sicherte gleichzeitig allen Versehrtensportgruppen die finanzielle Unabhängigkeit. Die damit verbundene Anerkennung der VSG Dotzheim erfolgte durch das Hessische Landesversorgungsamt mit Schreiben vom 4.April 1957.  

 

Mit der Verwandlung der VSG zur BSG vor rund fünfzehn Jahren wurden auch Zivilbehinderte in die Sportgruppe aufgenommen. Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass die heutige BSG beim Vorstand des TuS zu jeder Zeit volle Unterstützung und Hilfe fand, was sie ihrerseits durch konstruktive Mitarbeit im Gesamtverein honoriert hat. Inzwischen steht der BSG für ihre Übungsveranstaltungen an jedem Dienstag die sportlichen Einrichtungen des Turnerheims von 20:00 bis 22:00 Uhr zur Verfügung. Dort wird in frohem Spiel nicht nach der absoluten Höchstleistung gestrebt. Hier richten sich die Leistungen nach Maßstäben der behinderten Sportler, die jeweils ausgeführte Sportart in erster Linie der Freude und Entspannung.  

 

Das Schwimmen, die wohl beste Bewegungstherapie für körpergeschädigte Menschen, findet Mittwochs gemeinsam mit der Wiesbadener und Biebricher BSG/VSG von 18:00 bis 19:00 Uhr im Hallenbad Kleinfeldchen statt. Kegeln wird leider nicht mehr als Behindertensport anerkannt, darf aber weiterhin betrieben werden. Aus den kleinen Anfängen des Jahres 1953 hat sich die BSG gemausert, so dass in den Jahren die Mitgliederzahlen stetig wechselten. Die BSG besteht im Jahr 1998 zum 150-jährigen Jubiläum des TuS Dotzheim selbst 45 Jahre. 

 

Dies ist zwar nur eine kurze Zeitspanne, für unsere heutige schnelllebige Zeit, aber wir die BSG sind stolz auf unsere Gemeinschaft. In den letzten Jahren hat sich die aktive Teilnahme der weiblichen Mitglieder deutlich verstärkt, so dass sich die Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen wie Frauensportfest, Hessentag oder Bosselturnieren ausschließlich auf die weiblichen Mitglieder beschränkt. Die zahlenmäßig wenigen männlichen Aktiven sind bei behindertengerechten Kegelturnieren vertreten. Bei einem Altersdurchschnitt von 65 Jahren wird das Fortbestehen der BSG allerdings zu einer Frage der Zeit und des Nachwuchses. Hier sind alle Verantwortliche aufgerufen, die unzähligen körpergeschädigten jungen Menschen durch Aufklärung und Information an den Behindertensport heranzuführen. Im Rahmen der bestehenden Sportgruppe können sie physische und psychische Hilfe erhalten. Durch Stärkung des Selbstvertrauens kann eine positive Einstellung zur Umwelt vermittelt und gefördert werden. Neben dem Elternhaus und Schule tragen alle die Verantwortung dafür, dass den behinderten jungen Menschen jede Hilfe zuteil wird, die ihnen die Eingliederung in Gesellschaft und Berufsleben erleichtert, ihnen das Gefühl nimmt „zweitrangige“ Menschen zu sein.  

 

Wir, die Mitglieder der BSG, hoffen hiermit einem größeren Kreis das Wesen und Wirken des Behindertensports nahe gebracht zu haben und freuen uns, wenn es uns gelingt, einen Teil der noch abseits stehenden Körperbehinderten an diese spezifischen Sportarten heranzuführen. Dann haben diese Zeilen einen guten Zweck erfüllt, zum Wohle der Behinderten, zum Weiterbestehen der BSG und zum Nutzen des Gesamtvereins.  

 

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